WPC-Terrassendielen verlegen - so geht's!

30.09.2021

Für viele gehört zu einem Haus und einem Garten vor allem eines dazu: eine gemütliche Terrasse! Manche bevorzugen geflieste Terrassen oder Terrassenplatten aus Waschbeton. Andere mögen es ganz klassisch aus Holz. Die moderne und besonders langlebige Alternative lautet WPC! Hier erfahren Sie, wie Sie so eine WPC-Terrasse bauen können, am Beispiel einer Dachterrasse mit Stahlträger- und Aluminiumunterkonstruktion.

Welches Material für die Terrasse?

Am Anfang jeder Terrassenplanung steht die Frage nach dem richtigen Material für den Terrassenbelag. 
Neben Terrassenplatten aus Stein sind wohl Holzdielen der absolute Klassiker. Eine Holzterrasse hat einen unverkennbaren Charme und dank des ausschließlich natürlichen Materials fühlt man sich im Sommer auf diesem Untergrund auch barfüßig wohl - von dem ein oder anderen Holzsplitter im großen Zeh einmal abgesehen... 

Das Naturmaterial Holz hat aber auch einen großen Nachteil: es will gut gepflegt werden! Doch auch bei regelmäßiger Behandlung des Holzes mit Lasuren etc. werden Sie einer Holzterrasse ihr Alter irgendwann ansehen. Holz kann sich durch Licht, Wind und Wetter mit der Zeit verformen und ausbleichen. Da bleibt es auch nicht aus, dass irgendwann mal einige Dielen ausgetauscht werden müssen, oder man eben gleich den gesamten Terrassenbelag neu macht. Manche sagen, das gehört dazu - andere bevorzugen einen langfristig haltbaren und pflegeleichten Terrassenboden.

WPC-Terrassendielen

Eine clevere Alternative zu Terrassendielen aus Holz stellen die sogenannten WPC-Dielen dar. Das steht für Wood Polymer Composite - es handelt sich also um einen Verbundstoff aus Holz und Kunststoff. Daneben gibt es noch Verbundstoffe aus Bambusfasern und Kunststoff: Bamboo Polymer Composite, kurz BPC. Unterschieden wird bei der Art der Verarbeitung außerdem zwischen Vollprofilen und den leichteren Hohlkammerprofilen.

Die WPC-Dielen teilen viele Eigenschaften des Vollholzes, bieten darüber hinaus jedoch noch weitere Vorteile. Sie sehen aus wie Holz & fühlen sich an wie Holz - sind jedoch deutlich länger haltbar und überhaupt nicht pflegeintensiv:

  • lange Lebensdauer (Herstellergarantie bis zu 25 Jahre)
  • hohe Widerstandsfähigkeit
  • geringer Pflegeaufwand
  • Lichtschutzmittel verhindern Ausbleichen
  • täuschend echte Holzoptik
  • angenehmes Gefühl beim Laufen
  • Recycling von Holz und Plastik

Terrasse bauen - worauf kommt es an?

Eine Terrasse besteht natürlich nicht alleine aus den Terrassendielen. Dass man diese nicht einfach auf der nackten Erde verlegen sollte, dürfte wohl jedem klar sein. So hätte man nicht lange Freude an seiner Terrasse, da Feuchtigkeit dem Material viel zu schnell zusetzen würde. 

Für jede Terrasse, egal welcher Bauart bedarf es zunächst einer tragfähigen Unterkonstruktion. Wie diese ausfällt und woraus sie besteht, kann ganz unterschiedlich gewählt werden - abhängig von der Beschaffenheit des Untergrundes und der Art der Terrasse. Während bei einer Steinterrasse häufig ein verdichtetes Kiesbett angelegt wird, ist dies bei Terrassendielen nicht ausreichend. Und bei einer Dachterrasse benötigen Sie in der Regel eine stabile Trägerkonstruktion aus Stahl.

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Terrassenunterkonstruktion

Eine Unterkonstruktion bietet eine solide und ebenerdige Grundlage für die Terrasse. Sie ermöglicht außerdem die nötige Luftzirkulation unter den Terrassendielen, die meist feuchtigkeitsempfindlich sind. Je nach Beschaffenheit des Bodens können Unterkonstruktionen in Form von Profilen aus Holz oder Aluminium verlegt werden, auf denen die Terrassendielen direkt verschraubt werden.

Der Boden ist nicht plan? Eine clevere Lösung für dieses nervige Problem stellen die sogenannten Stelzlager dar. Sie sind stufenlos höhenverstellbar, sodass damit leichte Bodenunebenheiten ausgeglichen werden können. Damit lässt sich auch das empfohlene, leichte Gefälle Ihrer Terrasse erreichen, welches das Ablaufen von Regenwasser ermöglicht.

Fundament für die Terrasse

Je nach Beschaffenheit des Untergrunds muss die Montage der Terrassenunterkonstruktion entsprechend vorbereitet werden. Für eine Terrassenkonstruktion auf "natürlich gewachsenem" Boden, also auf einer Wiese bzw. auf Erde, sollte zunächst ein Kiesbett, sowie ein tragfähiges Fundament angelegt werden.

Natürlich gewachsener Boden

Das Kiesbett ist wasserdurchlässig und bietet den nötigen Frostschutz. Ein Unkrautvlies verhindert das Einwachsen von Grünzeug. Anschließend kann das Fundament (z.B ein Plattenfundament oder ein Streifenfundament) angelegt werden. Dieses Fundament bildet die eigentliche Auflagefläche für die Profile der Unterkonstruktion.

Stein/Beton

Hier entfällt das mühsame Anlegen eines Kiesbetts und Fundaments. Die Terrassenunterkonstruktion kann direkt auf den tragfähigen Untergrund montiert werden. Voraussetzung ist eine Dicke des Beton- oder Steinbodens von mindestens 6mm.

Dachterrasse

Komplizierter wird es bei einer Dachterrasse. Dachpappe, Dichtungsfolien oder ähnliches darf auf keinen Fall beschädigt werden, weswegen ein direktes Verschrauben der Unterkonstruktion auf dem Dach nicht möglich ist. Hier ist in den meisten Fällen eine individuelle Lösung zu finden: zum Beispiel eine Stahlträgerkonstruktion, wie in unseren Beispielbildern.

Ausmessen der Stahlträger zur Berechnung der Unterkonstruktion

Die Stahlträgerkonstruktion wird von unseren Monteuren vermessen. Danach beginnen Sie mit dem Anbringen der Aluprofile für die Unterkonstruktion.

Terrassenunterkonstruktion bauen

1. Terrasse ausmessen:

In unserem hier gezeigten Beispiel wird von unseren Monteuren die Unterkonstruktion einer Dachterrasse aus Aluminiumprofilen erstellt. Die dafür erforderliche Konstruktion aus Stahlträgern wurde bereits im Vorfeld von unserem Kunden bei einem entsprechenden Fertigungsunternehmen in Auftrag gegeben. Nun ist es die Aufgabe unserer Montageprofis die Aluminium-Unterkonstruktion auf den Stahlträgern zu befestigen. Dafür werden zuerst die Abstände der Stahlträger sowie noch einmal die gesamte Dimension der Terrasse ausgemessen. 

2. Auslegen und Befestigen der Profile:

Anschließend werden die Aluprofile mit den entsprechenden Abständen ausgelegt und mit Schraubzwingen in Position gehalten. Sobald alles passt, kann mit dem Bohren der Löcher und dem anschließenden Verschrauben der Aluprofile begonnen werden.

Löcher in die Stahlträger zu Bohren, kann zu einer kniffligen Angelegenheit werden. Sorgen Sie unbedingt dafür, dass Sie richtig ausgerüstet sind.

Das Vorbohren der Löcher kann zum Kraftakt werden - hier kommt es auf die richtige Ausrüstung an.

Die Aluprofile müssen alle einzeln festgeschraubt werden, notfalls von Hand

Wo der Akkuschrauber keinen Platz hat, muss notfalls auch von Hand gearbeitet werden.

Wichtig!

Gummipads unter den Profilen der Terrassenunterkonstruktion sind unabdinglich. Bei einer Holzkonstruktion, dienen sie als Abstandshalter und Feuchtigkeitsschutz. Bei Aluprofilen verhindern sie Reibung des Metalls und dämpfen daraus resultierende, unangenehme Geräusche.

Die Gummipads dämpfen die Reibung des Metalls
Die Aluprofile müssen in regelmäßigen Abständen verlegt werden

Die Aluminiumprofile werden im 90°-Winkel zu den Stahlträgern und zur geplanten Laufrichtung der Terrassendielen ausgelegt. So ist an allen Stellen die maximale Tragfähigkeit gesichert.

Durch zuschneiden der Aluprofile kann die Unterkonstruktion individuell gestaltet werden

Da die spätere Terrasse ebenfalls in einem 90°-Winkel um das Hauseck verlaufen soll, sind individuelle Anpassungen der Unterkonstruktion nötig. Die Profile lassen sich auf jede beliebige Länge zuschneiden.

Terrassendielen verlegen

1. Richtige Länge zuschneiden:

Sobald die Unterkonstruktion fertiggestellt ist, geht es dann im zweiten Schritt an das Verlegen der Terrassendielen. Hier müssen die langen WPC-Dielen zunächst auf die richtige Länge zugeschnitten werden. Anschließend werden Sie in Position gebracht und nach und nach befestigt. Damit alle Dielen dieselbe Länge haben und die Terrasse später schön aussieht, muss hier natürlich mit absoluter Präzision gearbeitet werden. Um die langen und manchmal unhandlichen Dielen korrekt auszurichten und zuzusägen, lohnt es sich, bei der Arbeit mindestens zu zweit zu sein.

Die Terrassendielen werden mit Hilfe einer Kreissäge auf die erforderliche Länge gebracht

2. Terrassendielen auslegen und befestigen:

Sind die Terrassendielen erst einmal auf die richtige Länge gebracht, ist die schwerste Arbeit bereits erledigt. Nun können Sie einfach in Position gebracht und auf der Unterkonstruktion festgeschraubt werden. Das benötigte Werkzeug hält sich für diese Montage also wirklich in Grenzen. Mit einem Akkuschrauber können Sie den Großteil des Terrassenbaus bewältigen.

Für die Terrassenmontage wird wenig Werkzeug benötigt. Mit einem Akkuschrauber, lässt sich das Meiste erledigen

3. Montage mit Terrassenclips:

WPC-Dielen können ganz einfach mit Hilfe von passenden Terrassenclips auf der Unterkonstruktion befestigt werden. So müssen Sie keine Löcher in die Dielen bohren. Die Oberfläche der Terrasse bleibt unversehrt, es stehen weder Schraubköpfe ab noch kann Feuchtigkeit durch Bohrlöcher in die Dielen eindringen. Die Terrassenclips werden einfach auf die Aluminiumprofile geschraubt. Sie sitzen zwischen den Dielen und greifen in die Seitliche Nut der WPC-Dielen.

4. Diagonaler Zuschnitt:

Nun werden die Terrassendielen eine nach der anderen verlegt. 
Die Arbeitsschritte wiederholen sich dabei immer wieder aufs neue: 1. Zuschneiden, 2. Auslegen, 3. Festschrauben. 
Bei vielen Montagen sind individuelle Anpassungen nötig. In unserem Beispiel treffen die Terrassendielen in zwei unterschiedliche Richtungen verlaufend aufeinander. Hier wurde ein diagonaler Zuschnitt gewählt:

Der diagonale Zuschnitt verläuft von der Hausecke zur äußeren Terrassenecke. Hier ist präzises Messen und zuschneiden wichtig, damit stets der richtige Winkel eingehalten wir.

Tipp: Um stets den richtigen Abstand zwischen den Dielen zu wahren, setzen wir bei der Montage eines der Gummipads als Abstandshalter ein.

Den Abschluss bildet die Äußere Ecke der Terrasse. Hier sind einige sehr kleinteilige und präzise Zuschnitte nötig. 

Die fertige Terrasse kann sich sehen lassen!

Fertig ist die Dachterrasse! Die WPC-Dielen überzeugen durch ihren Holz-ähnlichen Look und machen die Terrasse äußerst gemütlich.

Der besondere Vorteil einer Dachterrasse ist die hohe Lage, die häufig einen tollen Ausblick ermöglicht. Nun heißt es, diesen Ausblick zu genießen!

Video: Montageanleitung Dachterrasse

Verfolgen Sie die gesamte Montage der Terrasse noch einmal im Detail in unserem Video und lassen Sie sich den Aufbau von unserem Montageleiter Schritt für Schritt erklären:


Wenn Sie noch weitere Fragen zu einem Produkt oder unseren Dienstleistungen haben, schreiben Sie uns eine Mail oder rufen Sie uns an: 07052 / 40 40 - 44. Unsere Fachberater helfen Ihnen gerne weiter!