Gartenpflege im Herbst

Datum: 19.09.2019


Den Garten richtig auf den Winter vorbereiten.

Sobald das schöne Wetter vorbei ist, wird der den Sommer über liebevoll gepflegte Garten von Vielen vernachlässigt. Dabei ist die richtige Pflege im Herbst entscheidend für ein gutes Überwintern, eine schöne Blütenpracht im Frühling und einen entspannten Start in die nächste Gartensaison. 

Rasenpflege im Herbst

Damit der Rasen gestärkt in den Winter geht benötigt er im Herbst noch ein letztes Mal viel Licht und Luft um nochmals stark nachzuwachsen. Dafür kann der Rasen bis Mitte September nochmals auf niedrigster Stufe gemäht werden. Danach sollten sie nicht weniger als 5 cm Grashöhe stehen lassen. Anfang November sollte noch ein letztes Mal gemäht werden bevor der Rasen dann in die Winterruhe geht.

Damit der Rasen die kalte, nasse und nährstoffarme Winterzeit gut übersteht sollte ein spezieller Herbstdünger ausgebracht werden. Herbstdünger hat im Vergleich zu normalem Rasendünger einen viel höheren Kaliumanteil und festigt dadurch die Grashalme und macht sie frostsicher. 

Auf normalen Rasendünger sollte im Herbst unbedingt verzichtet werden, da das Gras sonst schneller wächst und die einzelnen Halme dadurch dünner und frostanfälliger werden.

Für vermoste, stark beanspruchte Rasenflächen empfiehlt es sich, im Herbst ein zweites Mal zu vertikutieren. Dies jedoch ausreichend lange vor den ersten Frösten, so kann sich die Grasnarbe optimal regenerieren. 

Wer Laubbäume im Garten hat sollte den Rasen regelmäßig von heruntergefallenen Blättern befreien. Unter den Blättern entstehen sonst dunkle und feuchte Stellen, die ideale Wachstumsvoraussetzungen für Moos und Pilze bieten. 

Hecken noch einmal stutzen

Falls Sie Ihre Hecken nicht schon zurückgeschnitten haben, können Sie das Zurückschneiden problemlos auch im Herbst noch machen. 

Bei immergrünen-Hecken sollte jedoch aufgepasst werden beim Schneide, dass keine Löcher in die Hecke geschnitten werden, da diese erst im Frühjahr wieder zuwachsen würden und die Hecke über den Winter kahl und löchrig bliebe. 

Wie bei der Rasenpflege sollte herabgefallenes, nasses Laub auch von der Hecke entfernt werden, damit die Hecke frei von Schimmelpilzen bleibt. Ist der Kompost schon überfüllt, sammeln Sie das Laub auf einem separaten Haufen. Kleine Tiere, z.B. Igel und Mäuse, suchen im Winter gerne Schutz in solchen Laubhaufen.

Blühende Frühlingsgärten entstehen im Herbst

Die meisten der heimischen Gartenblumen sind Kaltkeimer und müssen daher schon im Herbst gepflanzt werden. Kaltkeimer bedeutet, dass die Schale der Samen erst durch Kälte aufgebrochen wird und dann mit dem Keimen beginnen. 

Zu den Kaltkeimern gehören unter anderem: 

  • Tulpen
  • Schneeglöckchen
  • Narzissen
  • Hyazinthen
  • Krokusse

Bäume und Hecken zurückschneiden

Damit Ihre Bäumchen, Hecken und Sträucher im nächsten Jahr wieder richtig aufblühen, sollten sie vor dem Winter zurückgeschnitten werden. Aber Achtung, nicht alle Sträucher sollten vor dem Winter zurückgeschnitten werden. Informieren Sie sich vor dem Rückschnitt genauer. Sträucher, die im Frühjahr blühen werden selbstredend erst nach der Blüte im Frühling geschnitten und sollten im Herbst in Ruhe gelassen werden. Auch Heidepflanzen werden immer erst im Frühjahr zurückgeschnitten.

Die meisten Beerensträucher, Wildrosen, Holunder und Haselnuss dagegen sollten noch im Spätsommer oder Herbst zurückgeschnitten werden. Bei den Letztgenannten kann gut ein Drittel der alten Triebe an der Basis entfernt werden, damit die neuen Triebe im Frühling genug Sonne abbekommen. Beim Großteil aller Beerensträucher können Sie genauso verfahren.

Bei Wildrosen dagegen genügt es meist schon, wenn nur abgestorbene Triebe weggeschnitten werden. Wer seine Rose lieber dichter wachsen sehen möchte, der sollte ebenfalls ein Drittel der alten Sprösslinge entfernen.

Zum Rückschneiden sollten scharfe, stabile Astscheren verwendet werden, damit die Schnittkanten gerade sind und die Sträucher nicht unnötig verletzt werden.

Viel Strauchschnitt übrig? – Legen Sie in wenigen Schritten ein Hochbeet an!

Der ganze Rückschnitt von Büschen und Bäumen ist für den eigenen Kompost meist zu groß und verrottet zu langsam, daher bringen viele Gartenbesitzer den Grünschnitt auf einen Häckselplatz oder eine Deponie. Aber nicht so schnell: Wenn Sie im Frühjahr und Sommer gerne eigene Kräuter und Gemüse ernten, sollten sie den Strauchschnitt für ein eigenes Hochbeet verwenden!

Die unterste Schicht der praktischen Hochbeete besteht nämlich aus groben Holzabfällen, die genug Lücken für die richtige Durchlüftung lassen und nur langsam verrotten.

Wie genau Sie ein Hochbeet bauen und was die Vorteile sind erfahren Sie hier: Hochbeet bauen - Anleitung, Kaufberatung, nützliche Infos

Empfindliche Pflanzen richtig Überwintern

Viele Topf- und Balkonpflanzen können nicht tief genug wurzeln um den Winter draußen zu überstehen. Daher müssen sie für den Winter ins Warme geholt werden um nicht zu erfrieren. Kälteempfindliche Pflanzen, die im Garten gepflanzt sind und sehr tiefe Wurzeln haben, können im Freien überwintern. Zur Sicherheit sollten sie aber mit Zweigen oder einem Wintervlies bedeckt werden.

Ein solches Vlies hat den Vorteil, dass es lichtdurchlässig und atmungsaktiv ist. Auch wenn das Pflanzenwachstum die Wintermonate über gestoppt ist, ist es wichtig, dass neben dem Frostschutz und der Wärmespeicherung sicher gestellt bleibt, dass ausreichend Luft an die Pflanzen gelangt. 

Gartenmöbel, Gartengeräte und Co sicher einlagern

Sind alle Gartenarbeiten abgeschlossen müssen auch die Gartengeräte richtig gepflegt werden. Je nach Zustand müssen die Geräte gereinigt, geölt oder repariert werden. Bei benzinbetriebenen Gartengeräten sollten die Tanks entleert werden. Zweitaktmischungen können sich bei langer Standzeit entmischen und so den Benzinfilter zusetzen. Bei Akkugeräten sollte unbedingt der Akku entnommen und an einem wärmeren Ort wie dem Keller oder im Haus gelagert werden.

Der Lagerort für die Gartengeräte sollte am besten trocken und vor Witterung geschützt sein, so wie ein Geräte- oder Gartenhaus. Vor dem Einlagern überprüfen Sie bei älteren Gartenhäusern Türe, Fenster und das Dach auf Undichtigkeiten.

Die Gartenmöbel am Besten nochmal kurz säubern und dann an einem trockenen und witterungsgeschützen Ort einlagern. Wenn Sie Ihre Gartenmöbel draußen stehen lassen wollen, empfiehlt sich eine wasserdichte aber atmungsaktive Abdeckhaube.

Tipp: Bevor Rasenmäher und Co ins Gerätehaus kommen, sollten die Geräte die Sie im Winter benötigen, wie Schneeschaufel, Streuwagen und Kehrbesen, nach vorne geräumt werden.

Auch die elektrischen Geräte im Garten sollten nicht vergessen werden: Wasserpumpen in Brunnen oder Teichen sollten aus dem Wasser genommen, gereinigt und an einem trockenen Ort gelagert werden.

Wasser abdrehen und Frostschäden vermeiden

Da Wasser sich beim Gefrieren ausdehnt und mehr Platz benötigt als im flüssigen Zustand, sollten Sie alle wasserfassenden Gefäße und Leitungen im Garten komplett entleeren.

Außen-Wasserhähne sollten im Keller abgedreht werden, um Frostschäden an den Leitungen zu vermeiden. Damit auch Gartenschläuche nicht vom gefrierenden Wasser gesprengt werden, sollten sie vollständig entleert werden. Auch Bewässerungssysteme wie das Gardena Micro-Drip-System sollten vor dem ersten Frost abgestellt und restentleert werden.

Auch große Wassergefäße wie Regentonnen sind vor Frostschäden nicht sicher, daher sollten sie vor dem Winter komplett restentleert werden. Das gefrierende Wasser würde sonst im schlimmsten Fall Risse in der Tonne verursachen.

Teichpflege im Herbst - Auch der Gartenteich will auf den Winter vorbereitet werden!

Sobald die Tage kürzer werden und immer weniger Sonnenstrahlen auf den Teich fallen, muss einiges getan werden um die Wasserqualität zu erhalten und so die Teichbewohner zu schützen. Beispielsweise sollte Herbstlaub immer abgefischt oder direkt durch ein Laubschutznetz aufgefangen werden.

Die Teichtechnik sollte gereinigt und ins Trockene gebracht werden. Nicht winterfeste Pflanzen müssen entnommen und in eine frostsichere Umgebung gebracht werden.

Wie Sie Ihre Teichbewohner richtig vor dem Einfrieren schützen und wann Sie mit dem Füttern aufhören sollten erfahren Sie hier: Der Teich im Herbst.