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Dachpappe für Gartenhäuser

Lesezeit: 5 min.
Erstellt am: 17.06.2021

Ihr Projekt „Montage eines Garten- oder Gerätehauses“ ist nahezu abgeschlossen. Etwas ganz Entscheidendes fehlt allerdings noch: Die Dachpappe – der dauerhafte Schutz gegen Wind und Wetter. Erfahren Sie, wann sie angebracht werden muss und was es bei der Anbringung zu beachten gilt.

Ein Sprichwort besagt, dass eine Kette nur so stark ist, wie ihr schwächstes Glied. Übertragen auf unsere Garten- oder Gerätehäuser, Pavillons oder Kinderspieltürme bedeutet das: Eine sorgfältige Dacheindeckung mit den geeigneten Produkten ist Pflicht. Egal, wie massiv Sie Ihre Außenwände gewählt haben, wie großzügig, schick oder komfortabel das Produkt ist, wenn es von oben nicht fachgerecht geschützt wird, ist das die Schwachstelle und Ihre Freude leider nur von kurzer Dauer.

Optimaler Schutz vor Witterungseinflüssen

Holz benötigt im Außenbereich unbedingt einen Schutz gegen Verwitterung. Ein Qualitätshersteller bietet die einzelnen Bauteile eines Gartenhauses, Carports, Unterstandes oder einer Outdoorsauna mit einer Imprägnierung an. Holz ist jedoch ein Naturmaterial. Holz arbeitet und (Regen-)Wasser oder Feuchtigkeit suchen sich ihren Weg durch kleinste Öffnungen. So können bereits nach wenigen Jahren gravierende Fäulnis-Schäden am Dach selbst, sowie an den Wänden oder im Inneren entstehen.

Dach- oder Bitumenpappe, früher ebenfalls bekannt unter der Bezeichnung Teerpappe, bilden also eine Feuchtigkeitssperre. Der Dachdecker bezeichnet sie als „wasserführende Schicht“, Unterdach oder zweite Dachhaut. (Steinkohle-)Teer ist übrigens aufgrund seiner krebserregenden und extrem umweltschädlichen Inhaltsstoffe seit einigen Jahrzehnten verboten.

Eine durchaus spannende Alternative zur Dachpappe ist die sogenannte EPDM Dachfolie (Ethylene-Propylene-Diene-Monomer).  In diesem Artikel haben wir alles Wesentliche für Sie zusammengefasst.

Tipp unserer Montage-Profis: Beginnen Sie mit Ihrem Projekt nur dann, wenn trockenes Wetter vorhergesagt wurde. Feuchtes Material klebt deutlich schlechter und Nachbessern ist äußerst zeitraubend! Wenn Sie einige Stunden vor Beginn der Arbeiten Ihr Material bereits in der Sonne liegend abrollen, sind die Bahnen später nicht ganz so „störrisch“ und können problemlos glatt ausgelegt werden.

Unterschiedliche Arten von Dachpappe

Dachpappen bestehen aus einem Trägermaterial beispielsweise Rohfilz oder dem höherwertigen Polyester- oder Glasvlies, welches dann in Bitumen getränkt und mit einer verschieden groben Körnung versehen wird. Je nach Einsatzort und Funktion gibt es einfache, besandete Schweißbahnen oder beschieferte Dachbahnen, welche die UV-Strahlung besonders gut reflektieren und folglich nicht so schnell ausbleichen sowie Schweißbahnen mit speziellem Durchwurzelungsschutz für begrünte Dächer.

Selbstverständlich spielt die Stärke und das Eigengewicht bei der Trägereinlage beziehungsweise dem Material als solchem eine entscheidende Rolle. Je dicker und schwerer die Dachpappe, umso stabiler. Billiges, dünnes Material hat einem ordentlichen Herbstwind nichts entgegenzusetzen und verwittert sehr schnell.

Ein weiteres, insbesondere im Hinblick auf unsere Gartenhäuser wichtiges Unterscheidungskriterium ist die Art der Befestigung. Dachpappe kann geklebt oder genagelt werden. Die Vorgehensweise hängt nicht zuletzt von der Dachform und der Größe der Fläche ab. Bei kleineren Dachflächen hat sich das Verlegen von kaltselbstklebenden Dachbahnen auf Bitumenbasis als besonders praktikabel erwiesen. Bei größeren Gartenhäusern empfiehlt es sich, das Material zu nageln und zwar gegebenenfalls auch doppelt, mit zusätzlichen Dachschindeln auf den Bitumenbahnen. Diese Schindeln werden in unterschiedlichen Formen und mit verschiedenfarbigem Mineralgranulat angeboten.

Da diese beiden Varianten auch für den Nicht-Profi relativ unkompliziert und ungefährlich sind, kommt für den Nicht-Profi die dritte Möglichkeit, nämlich das Verkleben durch Erwärmen mittels Gasbrenner oder Schweißgerät, kaum noch in Betracht.

Die Dachpappe verlegen

Bei den meisten Gartenhäusern ist heute die Dachpappe für eine Standard-Ersteindeckung bereits im Komplettpaket enthalten. Nach ca. einem halben Jahr sollte diese durch eine langfristige Dacheindeckung ersetzt werden. Wer aus optischen Gründen oder, um auf Nummer Sicher zu gehen, direkt eine doppelte Abdeckung wünscht, muss das Material, häufig Dachschindeln, extra dazu bestellen.

Tipp: Sie möchten eine Dachfläche eines bestehenden Gartenhauses neu eindecken? 
Dachpappe wird in der Regel als Rollenware mit einer Breite von 1m und in Längen zwischen 6 bis 15 m angeboten. Ausgehend von der abgemessenen Dachfläche, muss bei jeder Bahn eine längsseitige Überlappung von 10 cm einkalkuliert werden. Ähnlich lange Überstände werden an den Stirnseiten benötigen, denn auch diese müssen vor Nässe geschützt werden.

Voraussetzung für Dacheindeckung

Bevor Sie mit der Dacheindeckung beginnen, gehen Sie sicher, dass das Dach ihres Gartenhauses 

  • tragfähig
  • trocken
  • sauber
  • glatt
  • und ohne Mängel ist.

Die Dachhaut darf später nicht durch Nägel, Schrauben, vorstehende Hölzer oder scharfkantige Elemente beschädigt werden. Lose oder schadhafte Stellen müssen vorab beseitigt werden. Bei schrägen Dächern wird immer am tiefsten Punkt des Dachs mit der Verlegung begonnen, und zwar quer zur Dachneigung.

Tipp: Bei einem größeren Gartenhaus wäre zu überlegen, ob man sich das Vorhaben nicht deutlich vereinfacht, indem ein simples Gerüst aufgestellt wird. Im Endeffekt spart man sich eine Menge Zeit. Auf jeden Fall sollten Sie nicht „Nein“ sagen, wenn ein guter Freund seine Hilfe zusagt. Wenn er gleich noch eine (oder zwei) geeignete Leiter(n) mitbringen kann, umso besser.

Dachpappe nageln

Entweder Sie schneiden die Bahnen bereits am Boden auf einer ebenen, sauberen Unterlage mit einem Cuttermesser auf das richtige Maß zu und rollen das betreffende Stück dann wieder zusammen, um es aufs Dach zu bringen. Oder Sie rollen die Bahn von Giebel zu Giebel über die Dachfläche aus und schneiden sie auf Maß ab. Exakt parallel zur Seitenkante ausrichten und mit Dachpappenstiften befestigen. Für den weniger geübten Selbermacher ist ein Tacker hilfreich, der die Bahnen zunächst einmal fixiert, bevor sie genagelt werden. 

 

Bei den folgenden Bahnen ebenso verfahren, wobei immer eine Überlappung von mindestens 10 cm gegeben sein muss. Auf der/n anderen Dachseite/n ebenso verfahren. Über den Giebel wird ein passgenau zugeschnittener Streifen gelegt, welcher die drunter liegenden Bahnen ebenfalls um 10 cm überlappt.

Achtung! Beim Nageln der Dachpappe ist Fingerspitzengefühl gefragt: Die Köpfe der feuerverzinkten Nägel dürfen das Material nicht beschädigen. Sonst könnte mit der Zeit Feuchtigkeit eindringen. Sie sollen plan aufliegen, vor allem dort, wo zwei Dachbahnen überlappen.

Sofern Dachschindeln angebracht werden sollen, wird wieder von der Unterkante zum First gearbeitet. Die erste Schindel-Reihe wird „verkehrt herum“ aufgenagelt, sodass die Einschnitte Richtung First zeigen. Sofern keine Dachrinne geplant ist, sollte der Überstand über das Traufenbrett circa 4 cm betragen, ansonsten bitte am Maß der Dachrinne orientieren. Nun wird die zweite Reihe angebracht, Folgendes ist zu beachten:

  • ab jetzt zeigen die Schindeleinschnitte immer nach unten
  • egal, ob Biberschwanz- oder Rechteck-Schindeln – Versatz beachten, dazu Schindelzunge um die Hälfte kürzen
  • Schindelelemente mit ausreichend Überdeckung der Fugen der vorherigen Reihe anbringen
  • Nagelköpfe oberhalb des glänzenden Klebestreifens setzen, werden dann durch die folgende Schindelreihe überdeckt
  • für die Firsteindeckung werden die Schindelbahnen in einzelne Schindeln geschnitten, schuppenförmig übereinandergelegt und vernagelt. Deutlich einfacher und schneller geht es allerdings mit einer Firstabdeckung aus Aluminium.

Selbstklebende Bitumenbahnen anbringen

Zunächst müssen auch hier die Bahnen auf Maß geschnitten werden – Überlappung nicht vergessen! Bahnen auslegen, begonnen wird auch wieder an der Traufkante. Auf der Unterseite der Klebebahnen befindet sich eine Folie, welche Stück für Stück zurückgezogen wird, während die Bahn gleichzeitig auf dem Dach festgedrückt wird. Bitte an den Klebekanten besonders sorgfältig arbeiten. Anschließend ebenfalls wieder mit Dachpappstiften befestigen.

Die Überstände der Bitumenbahnen werden dann ringsherum bündig über die Kanten gelegt, durch das Anschrauben der Blenden fixiert und das überschüssige Material abgeschnitten.

Wer Verarbeitungsmängel unbedingt ausschließen möchte und ganz stressfrei zu einem fachgerecht abgedichteten Gartenhaus-Dach kommen möchte, darf selbstverständlich auch eines unserer bundesweit tätigen Montage-Teams beauftragen.

Video: Dachbahn verlegen


Hier finden Sie unsere Dachbahnen & Dachschindeln, etc.